Postmortem – Praxistipps und Best Practices

Aus seinen Fehlern lernen und das neu gewonnene Wissen teilen – wie kann das in der Praxis aussehen?


Was die Postmortem-Methode genau ist und wie sie euch dabei helfen kann, Fehler transparent zu machen und aus ihnen zu lernen, haben wir in unserem letzten Postmortem-Blogartikel beschrieben. Auch eine Agenda zur einfachen Durchführung eines entsprechenden Workshops findet ihr dort. Nun haben wir noch ein paar Best Practices und nützliche Tipps für das Postmortem für euch.

Beim Austausch über Fehler und Verbesserungsvorschläge kann es hitzig zugehen. Umso wichtiger ist die Wahl einer geeigneten Person für die Moderation. Sie sorgt dafür, dass die Diskussionen sachlich und konstruktiv bleiben. Waren im Verlauf des Projektes Mitarbeiter des Kunden involviert, kann es zudem ein Vorteil sein, einen neutralen Moderator oder eine Moderatorin zu beauftragen, um unparteiisch durch das Meeting zu führen. 

Damit die Debatte geordnet verläuft, ist eine vorab festgelegte Agenda unabdingbar. Die moderierende Person muss ausreichend gebrieft sein, damit sie auf die Einhaltung der Agenda achten kann. Diese sollte immer auf den Projektverlauf abgestimmt sein und Besonderheiten des Projektes aufnehmen. Verwendet nicht einfach unüberlegt eine vorgefertigte Agenda.

Halten wir fest: Es gibt zwei Grundregeln, die bei jedem Postmortem beachtet werden sollten:

  1. Erfahrener, ggf. neutraler Moderator
  2. Vorher festgelegte Agenda, die Rücksicht auf den Projektverlauf nimmt

Darüber hinaus haben sich zwei Methoden bewährt, um die Akzeptanz im Kollegium zu erhöhen und den Einstieg in die Veränderung des Mindsets zu erleichtern.

Postmortem-Wettbewerb

Gerade bei Projekten, die ganz anders liefen als geplant, kann ein humorvoller Ansatz beim Sammeln von kritischen Themen zu helfen. Bei dieser Methode wird eine Woche vor dem eigentlichen Postmortem ein Wettbewerb ausgerufen, bei dem alle Projektbeteiligten dazu eingeladen sind, nicht optimal verlaufene Aspekte des Projektes aufzulisten und einzureichen. Die Kollegen und Kolleginnen mit den meisten Einreichungen bekommen zu Beginn des Postmortems einen kleinen Preis verliehen, mit dem die kritische Betrachtungsweise und das damit verbundene Lernpotential belohnt werden soll.

Ein weiterer Pluspunkt des Vorgehens: Bei ausreichender Beteiligung am Wettbewerb könnt ihr direkt in die Diskussion übergehen, da die Themensammlung im Meeting entfällt. Sollten sehr viele Rückmeldungen kommen – was bei einem fehlgeschlagenen Projekt zu erwarten ist – kann eine Filterung der Schwerpunkte im Vorfeld des Meetings hilfreich sein.

Postmortem-Newsletter

In einem monatlichen internen Newsletter teilt ihr drei bis fünf kritisch reflektierte Fehler sowie die daraus resultierenden Lerneffekte und Lösungsansätze mit allen Mitarbeitenden des Teams oder Unternehmens. Der positive Effekt des Postmortems wird so unmittelbar mit möglichst vielen geteilt und gleichzeitig sinkt die Hemmschwelle, kritisch mit eigenen Fehlern umzugehen. Den größten Effekt hat der Newsletter daher auch, wenn er direkt von der Geschäftsleitung kommt.

Also: Steht zu euren Fehlern! 😊 

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